„Verzeichnis einiger Verluste“ von Judith Schalansky ist ein faszinierendes Buch, das den Leser auf eine Reise durch die Welt des Verlustes, der Zerstörung und des Vergessens führt. Schalansky stellt eine Sammlung von Gegenständen, Orten und Erinnerungen vor, die in Vergessenheit geraten sind oder die nicht mehr existieren. Das Buch ist in drei Teile unterteilt: „Verlorene Dinge“, „Zerstörte Orte“ und „Gedanken …
Romane
In ihrem Buch „Als gäbe es mich nicht“ beschreibt Slavenka Drakulić die Geschichten von sechs Frauen, die den Krieg in Bosnien überlebt haben. Die Autorin setzt sich dabei mit der Frage auseinander, was es bedeutet, kriegstraumatisierte Frauen zu sein und wie diese Frauen nach dem Krieg ihr Leben weiterführen. Die Geschichten, die Slavenka Drakulić in ihrem Buch erzählt, sind sehr …
Norbert Gstrein hat mit „Das Handwerk des Tötens“ einen großartigen Roman geschaffen. Der Autor erzählt die Geschichte des Journalisten Christian Allmayer, der als Kriegsberichterstatter im zerfallenden Jugoslawien und im Kosovo ums Leben kam. Die Geschichte ist beeindruckend und fesselnd, da sie das Dilemma der Kriegsberichterstatter beleuchtet, die die schlimmsten Greueltaten erlebt und beschreiben haben. Der Roman thematisiert das Töten als …
In „Am Anfang war die Nacht Musik“ setzt sich Alissa Walser auf höchst humorvolle Weise mit der Thematik der Torheit auseinander. Sie zeigt auf, dass diese uns mehr zu bieten hat, als wir auf den ersten Blick vermuten würden. Dabei bedient sie sich einer hochironischen Schreibweise, welche dem Leser ein ums andere Mal ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern wird. Im …
Bodo Kirchhoffs neues Werk „Widerfahrnis“ ist eine unglaublich tiefgründige und berührende Novelle, die den Leser auf eine unerwartete Reise mitnimmt. Es geht um Reither, einen ehemaligen Kleinverleger, der sich nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand niedergelassen hat. Eines Tages entdeckt er in der örtlichen Bibliothek ein Buch ohne Titel, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin zu lesen …
„Der Untertan“ von Heinrich Mann ist ein satirischer Roman, der als Allegorie für den Geist der Unterwürfigkeit der wilhelminischen Ära gesehen werden kann. Das Buch erzählt die Geschichte von Diederich Heßling, einem Mann, der die Mentalität seiner Zeit verkörpert, indem er stets versucht, die Machthaber zu besänftigen, während er die Untergebenen unerbittlich behandelt. Heßling ist Kaiser Wilhelm II. treu ergeben, …
Lilian Kaliners mit „Firefly Creek“ der Geschichte eines jungen Landarbeiters und seiner Familie, die im frühen 20. Jahrhundert in den Appalachen lebt. Die Hauptfigur des Buches ist Colt Easton, der sich mit seinem strengen Vater und der Liebe zu seiner Freundin Josephine herumschlagen muss. Der Roman wird auf einfache, aber berührende Weise geschrieben und bietet einen detaillierten Einblick in das …
„Stilübungen“ ist ein außergewöhnliches Werk des französischen Schriftstellers Raymond Queneau aus dem Jahr 1947. Das Buch ist eine Sammlung von über hundert Variationen einer Alltagsepisode, die auf fantastische Art und Weise präsentiert werden. Unter der Oberfläche der Komik und der Wortspiele wird eine tiefere Bedeutung und Reflexion über Sprache und Literatur sichtbar. Die Episoden handeln von einem jungen Mann, der …
„Das Trugbild“ von Kjell Westö wurde von mir mit großer Begeisterung gelesen. Die Geschichte rund um den Rechtsanwalt Claes Thune spielt in Finnland während des Dritten Reiches und zeigt auf beeindruckende Weise, wie sich das politische Klima auf das persönliche Leben auswirkt. Thune ist ein Mann, der in einer Minderheitenposition ist. Während die Gesellschaft um ihn herum immer mehr von …
„Trottel“ von Jan Faktor ist ein Buch, das sich schwer in eine Schublade stecken lässt. Es ist ein Schelmenroman, eine Autobiografie, ein Familienporträt und ein tragisches Drama in einem. Der eigensinnige Erzähler, gebürtiger Tscheche und begnadeter Trottel, schildert sein Leben und das seiner Familie, in dem immer alles anders kam als gedacht. „Von der Prager Vorhölle, einer schicksalhaften Ohnmacht, einem …
