„Die Omama im Apfelbaum“ von Mira Lobe ist eine bezaubernde Kindergeschichte über einen kleinen Jungen namens Andi, der entdeckt, dass er zwei Omas hat. Durch die fantasievollen und skurrilen Abenteuer mit Oma im Apfelbaum und Oma Pflaumenkuchen lernt Andi etwas über Freundschaft, Familie und Mut.
Das Buch wird aus der Sicht von Andi erzählt und spielt in seiner eigenen Welt der Kindheitsphantasien. Ein himmelblaues Auto kann ihn auf dem Rücken eines Tigers auf magische Weise nach Indien bringen, während ein geheimes Versteck in einem Apfelbaum ihm Ruhe und Sicherheit bietet. Seine beiden Omas dienen ihm als Spiegel für seine eigene emotionale Erkundung: Die freundliche Oma Pflaumenkuchen ermutigt ihn, sich um andere zu kümmern, und die mutige Oma im Apfelbaum lehrt ihn, seinen Ängsten mutig zu begegnen. Gemeinsam helfen sie Andi zu verstehen, dass es selbst dann, wenn sich die Dinge unüberwindbar anfühlen und das Leben ungerecht erscheint, immer etwas Neues zu entdecken gibt, wenn man nur genau genug hinschaut.
Mira Lobe fesselt ihr Publikum mit wunderschönen Illustrationen, die ihre lebendige Erzählung begleiten; jede Seite enthält ein anderes Abenteuer oder Hindernis, dem Andi auf seiner Selbstfindungsreise begegnet, oder ein Ritual, das er vollenden muss. Indem sie traditionelle Geschichten aus der Vergangenheit mit modernen kulturellen Bezügen und Fantasyelementen verbindet, schafft Lobe eine einzigartige Welt, die die Fantasie von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen anregt.
Mira Lobe (1913-1995) war eine österreichische Autorin, die im Laufe ihrer Karriere über achtzig Bücher geschrieben hat. Sie war bekannt dafür, Geschichten über Themen wie Einsamkeit, Freundschaft, Tod und Trauer zu schreiben – alles Themen, die auch in „Die Omama im Apfelbaum“ vorkommen. Ihr Werk wurde in ganz Europa geschätzt; sie erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Österreichischen Staatspreis für Kinderliteratur 1983, die Hans-Christian-Andersen-Medaille 1988 und den Preis der Leipziger Buchmesse (für ihr Lebenswerk) 1991. Selbst eine Straße in Wien wurde nach ihr benannt. Sie schrieb aber nicht nur Bücher, sondern auch sozialkritische Theaterstücke, wie „Herr Hecht und der Geheimverein“. Mit ihrer Literatur wollte sie die Leserinnen und Leser auf soziale Ungleichheiten aufmerksam machen und ihnen gleichzeitig Hoffnung geben – ein Ideal, das in „Die Omama im Apfelbaum“ voll und ganz zum Tragen kommt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Die Omama im Apfelbaum“ von Mira Lobe eine einfühlsame und zugleich spielerische Geschichte ist, die ihr Publikum mit lebendigen Beschreibungen und schönen Illustrationen fesselt. Sie spricht mit ihren zeitlosen Themen Liebe und Furchtlosigkeit viele Generationen an – Konzepte, die noch viele Jahre lang Freude in das Leben von Kindern bringen werden.