„Nack“ von Jean-Philippe Toussaint ist ein ebenso faszinierender wie schmerzvoller Abschied von Marie, der geheimnisvollen Geliebten des namenlosen Erzählers. Hierbei handelt es sich bereits um den dritten Roman der Reihe, in der Toussaint die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten auf kunstvolle Weise ausleuchtet.
Im Buch begleiten wir den Erzähler auf seiner Reise von Tokio über Paris bis hin zur Insel Elba, auf der es zu einem mysteriösen Todesfall kommt. Währenddessen kämpft der Protagonist mit der Trennung von Marie und den Gefühlen, die diese in ihm auslöst. Die Abgründe menschlicher Beziehungen werden auf eine humorvolle, aber auch schmerzvolle Weise beleuchtet und die Prosa Toussaints ist wie immer leicht und authentisch. Besonders faszinierend ist jedoch die Atmosphäre auf der Insel Elba, die von einem „Schleier aus Kakao“ umgeben ist und dadurch eine eigene Magie ausstrahlt. Hier wird nicht nur das Geheimnis um den Todesfall aufgedeckt, sondern es wird auch offenbart, dass Marie und der Erzähler ein Kind haben.
Insgesamt lässt sich sagen, dass „Nackt“ eine großartige Ergänzung zu den vorangegangenen Romanen ist und ein würdiger Abschluss der Geschichte um Marie und den Erzähler. Wer bereits Fan von Toussaints vorherigen Werken ist, wird auch hier nicht enttäuscht werden und mitgerissen von der poetischen Sprache und den gut durchdachten Figuren.
Jean-Philippe Toussaint, geboren 1957 in Brüssel, ist ein multitalentierter Belgier, der nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Regisseur erfolgreich ist. Er lebte seit 1971 Paris. Nachdem er 1978 ein Diplom am Institut d’étdes politiques de Paris erworben hatte, widmete er sich einem DEA in Neuerer Geschichte. Schon während seiner Studienzeit begann er zu schreiben, produzierte ein Theaterstück und schrieb mit einem Freund einen Roman Seinen ersten Roman veröffentlichte er dann im Alter von 26 Jahren. Seitdem hat er zahlreiche Romane und Essays publiziert, die allesamt von Kritikern und Lesern hochgelobt wurden.
Sein Roman „Nackt“ ist ein absolutes Muss für alle Fans von Jean-Philippe Toussaint. Die Geschichte um Marie und den Erzähler ist faszinierend, schmerzhaft und aufrichtig und Toussaints Prosa ist wie immer ein wahrer Genuss. Der Roman ist ein würdiger Abschluss der Trilogie und gleichzeitig ein Meisterwerk der modernen Literatur.