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Als gäbe es einen Himmel von Els Beerten

by BuecherChaotin

„Als gäbe es einen Himmel“ von Els Beerten ist ein intensiver und fesselnder Roman, der die Macht von Loyalität, Hoffnung und Opfern in Kriegszeiten erforscht. Die Geschichte spielt während des Zweiten Weltkriegs im von den Nazis besetzten Holland und folgt Jef und seinem besten Freund Ward, die sich mit ihrem widersprüchlichen Wunsch auseinandersetzen, sich den Kriegsanstrengungen anzuschließen. Die einen entscheiden sich für Heldentum, die anderen halten an ihren Träumen von einer besseren Zukunft fest.

Die Erzählung webt kunstvoll Momente intensiver Emotionen zusammen, indem sie zwischen den Perspektiven der einzelnen Figuren wechselt und die komplexen und oft widersprüchlichen Gefühle zeigt, die entstehen, wenn man vor schwierigen Entscheidungen steht. Jef möchte sich unbedingt dem Kampf für eine bessere Welt anschließen, aber zu welchem Preis? Seine Schwester Renée liebt Ward sehr, macht sich aber Sorgen um seine Sicherheit, wenn er sich für die Front entscheidet. Währenddessen kämpft Ward mit seinen eigenen Schuldgefühlen, weil er seine Freunde zurückgelassen hat und sich gleichzeitig verpflichtet fühlt, das zu tun, was er für richtig hält.

Beerten hat die schwierige Aufgabe gemeistert, komplexe Ereignisse, Fragen, Schicksale und Gefühle während dieser turbulenten Zeit in einer multiperspektivischen Erzählung zu erfassen. Jede Figur erhält einen eigenen Erzähltext und eine eigene Stimme, die dennoch die Realität des Krieges beleuchtet. In dieser Krise stellt sich die Frage: Wie verhält man sich in einem repressiven System? Wie geht man mit Schuldgefühlen um? Els Beerten liefert eine ausgefeilte Charakterisierung junger Menschen, die in diesen schwierigen Zeiten um ihre Handlungsfähigkeit ringen, und vermittelt dem Leser auf eindrucksvolle Weise ihre ernsthaftesten Wünsche, Hoffnungen oder auch Zweifel, die sie hegen mögen.

Die Autorin Els Beerten wurde in Maastricht geboren und arbeitet seit 1997 als Lektorin bei verschiedenen niederländischen Verlagen. Beertens Erfahrung als Lektorin macht sich auf jeden Fall bezahlt: Ihr Schreibstil ist klar und ihre Charaktere sind glaubwürdig und doch nuanciert – Eigenschaften, die dieses Buch trotz seiner oft düsteren Themen zu einem Lesevergnügen machen.

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